Postpartale Intervention bei Gestationsdiabetikerinnen unter Insulintherapie.
Das bedeutet, dass bei Frauen nach einem Insulin pflichtigen Schwangerschaftsdiabetes nach der Entbindung mittels einer Lebensstilveränderung und eines Medikaments in den Blutzuckerstoffwechsel eingegriffen wird. Ziel hierbei ist, einen Typ 2 Diabetes mellitus nach einem Insulin pflichtigen Schwangerschaftsdiabetes zu verhindern oder zumindest zu verzögern.Die PINGUIN Studie richtet sich deshalb an Frauen, die aktuell oder während ihrer letzten Schwangerschaft einen Insulin pflichtigen Schwangerschaftsdiabetes haben beziehungsweise hatten.
Die Deutsche Gestationsdiabetes-Studie (Deutsche GDM-Studie), die das Institut für Diabetesforschung im Zeitraum 1989-1999 durchführte, hat gezeigt, dass bei 61 von 100 der betroffenen Frauen postpartal innerhalb der folgenden drei Jahre ein Typ 2 Diabetes auftritt. Bislang gibt es noch keine gesicherte Therapie, die diese Entwicklung zum Typ 2 Diabetes verhindern kann. Hier will die Forschergruppe Diabetes mit der PINGUIN Studie eingreifen:
Die Studie dauert insgesamt drei Jahre. Diese setzen sich aus zwei Jahren Intervention (tägliche Einnahme des Studienmedikaments) und ein Jahr Nachbeobachtungszeit zusammen.
Durch die tägliche Einnahme des Studienmedikaments mit dem Wirkstoff Vildagliptin (Galvus®) im Vergleich zu einem Placebo über 24 Monate soll die Entwicklung zu einem Typ 2 Diabetes verhindert werden.
Vildagliptin ist ein DPP-4-Inhibitor, der den Abbau des körpereigenen Hormons Glucagon-like-peptide 1 (GLP-1) hemmt und so nahrungsabhängig die körpereigene Insulinausschüttung verstärkt. Das bewirkt, besonders bei beginnender Fehlfunktion der Insulin produzierenden Inselzellen, eine ausgeglichenere Zuckerstoffwechsellage. Im Tierversuch konnte eine schützende Wirkung von Vildagliptin auf die Insulin produzierenden Zellen gezeigt werden. Vildagliptin ist ein modernes Medikament, das bereits seit September 2007 für die Behandlung des Typ 2 Diabetes zugelassen ist.
Im Zusammenhang mit intensiver Betreuung bezüglich Ernährung und körperlicher Aktivität erhofft sich die Forschergruppe Diabetes, den Blutzuckerstoffwechsel der Teilnehmerinnen nachhaltig zu verbessern und so der Entwicklung des Diabetes entgegen zu wirken.